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Wie schätze ich die Aufwandswerte richtig ab?
Die Abschätzung der Aufwandswerte gestaltet sich im allgemeinen als schwierig, da sich die Tabellenwerte in den einzelnen Nachschlagewerken auf gemittelte Erfahrungswerte vieler Baustellen beziehen und mit teilweise großen Bandbreiten angegeben sind.
Kriterien, die die Wahl eines realistischen Aufwandswertes beeinflussen, sind unter anderem die Bauwerksgeometrie, die Art des Bauteils (gerade/runde Wand, Stütze, Decke etc.), die Erfahrung des Baustellenpersonals, das verwendete Schalsystem (Anzahl der Einzelteile, Anzahl der Ankerstellen, Aufstockungen) usw.
Fassen Sie nun zuerst die Arbeiten zusammen, die durch den Aufwandswert „Einschalen“ / „Ausschalen“ erfaßt werden und überlegen Sie sich anschließend, anhand des Ihnen vorliegenden Projektes, welche Faktoren den Aufwand außerdem noch beeinflussen können.
So können Sie die in der Literatur angegebenen Werte gegebenenfalls begründet modifizieren, den Bauablauf rationalisieren und die vorgegebenen Schalsysteme in Bezug auf das vorliegende Bauprojekt wirtschaftlich miteinander vergleichen.
Wie beginne ich mit der Planung des Bauablaufes?
Bevor Sie mit einer detaillierten Planung des Bauablaufes beginnen, sollten Sie eine Grobauflaufplanung anfertigen (zunächst unabhängig von der erst später festzulegenden Feinplanung). Teilen Sie den Bauablauf in anlaufende Arbeiten, Hauptarbeiten und auslaufende Arbeiten ein.
Mit Hilfe eines geschossweise erstellten Arbeitsverzeichnisses, der überschlägigen Massenermittlung und den abgeschätzten Aufwandswerten ermitteln Sie den zeitlichen Rahmen für die Hauptarbeiten, womit Sie einen groben Bauzeitplan aufstellen und den Bedarf an Arbeitskräften abschätzen können (ungefähre Belegschaftsstärke = Summe der Mannwochen aller Geschosse / Zeit für Hauptarbeiten).
Den ungefähren Arbeitskräftebedarf ermitteln Sie mit dem Quotienten aus der Summe aller „Mannwochen“ und der zur Verfügung stehenden Zeit. Als Darstellungsform Ihrer Grobplanung bietet sich ein Balkenplan an.
Wie plane ich einen detaillierten Bauablauf?
An die Grobplanung schließt sich die detaillierte Planung für einen überschaubaren Zeitabschnitt bzw. einen abgeschlossenen Bauabschnitt an. Ziel dabei ist, Takteinteilung und Personaleinsatz sinnvoll aufeinander abzustimmen, d.h. Mannschaft und Geräte kontinuierlich und gleichmäßig mit möglichst hoher Auslastung einzusetzen.
Bei dem vorliegenden Projekt empfiehlt sich, die Feinplanung für eines der 28 Regelgeschosse, d.h. für einen sich häufig wiederholenden Bauabschnitt, vorzunehmen. Achten Sie bei der Takteinteilung auf Gebäudegeometrie, Platzverhältnisse, Verwendungshäufigkeit der Schalungselemente, Engpassvermeidung bei Kranbelegung und Personalauslastung usw. Bringen Sie die Takte mit den Zwangspunkten für den gesamten Bauablauf in eine sinnvolle Reihenfolge und erstellen Sie eine exakte, nach Takten unterteilte Mengenermittlung. Ermitteln Sie nun mit Hilfe eines kalkulatorischen Verfahrensvergleiches anhand des gewählten repräsentativen Taktes das voraussichtlich günstigste Bauverfahren/Schalsystem. Erstellen Sie – unter Berücksichtigung Ihres Wirtschaftlichkeitsvergleiches – ein detailliertes, taktweise aufgestelltes Arbeitsverzeichnis, bilden Sie Kolonnen und weisen Sie den einzelnen Vorgängen die Kolonnen in der benötigten Mannschaftsstärke zu.
Wie erstelle ich einen kalkulatorischen Verfahrenvergleich?
Für die detaillierte Bauablaufplanung beurteilen Sie die Wirtschaftlichkeit der verfügbaren Schalsysteme durch einen kalkulatorischen Verfahrensvergleich. Mit dieser Entscheidungshilfe ermitteln Sie für einen repräsentativen Takt das voraussichtlich wirtschaftlichste Schalsystem als Grundlage Ihrer weiteren Planung. Basis des Vergleiches sind die Kostenfunktionen aus fixen und variablen Kosten. Sinnvoll für Ihre Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist die Vergleichsgröße „Euro/m² Schalungsfläche je Einsatz“.
Um die Neuwerte bzw. Abschreibungsgrundwerte bestimmen zu können ist zunächst der Materialbedarf für jedes der Schalsysteme mit Hilfe der Schalungsplanungssoftware Tipos 6.0 zu ermitteln. Mit Hilfe der automatisch erstellten Materialliste und den in Tipos 6.0 eingepflegten Preisen lässt sich der Gesamtwert ermitteln. Anschließend stellen Sie die fixen und variablen Kosten der Schalsysteme zusammen und formulieren die Funktionsverläufe in Abhängigkeit von der Einsatzzahl - z.B. mit Hilfe eines Excel- Diagramms. Kennzeichnen Sie die Wirtschaftlichkeitsgrenzen, die zu erwartende Einsatzzahl und werten Sie den Vergleich aus.
Wie erzeuge ich eine sinnvolle Takteinteilung mit Tipos 6.0 ?
Die Takteinteilung mit Tipos 6.0 ermöglicht es, die Wände eines Bauwerks dem Bestand bzw. Takten zuzuordnen. Um eine gute Ausnutzung der Schalung zu erreichen, sollten die Takte von der zu schalenden Fläche und der geometrischen Ausbildung (z.B. Ecken) möglichst gleich sein. Zur leichteren Aufteilung werden in diesem Dialog die lfm Wand, m² zu schalende Fläche, die benötigte Betonmenge und die Anzahl der Innenecken je Takt angezeigt. Die Zuordnung von einzelnen Wandstücken erfolgt durch Selektieren und Betätigen der Schaltfläche „Selektierte Wände zuordnen“. Die Ausbildung der Taktgrenzen erfolgt nach eingebauten Regeln automatisch.
Neben ganzen Teilwänden können auch Taktgrenzen in geraden Wandstücken erzeugt werden. Um die Anzahl der Takte festzulegen steht als weiteres Hilfsmittel das Taktometer zur Verfügung. Es errechnet, wie weit die vorhandenen Schalungsmengen bei der aktuell eingestellten Taktanzahl reichen werden. Die Aufgliederung des Taktometer erfolgt „von der Baustelle“, „vom Bauhof“ bzw. „vom Lieferanten“.
Wie lege ich die Kolonnenstärke fest?
In Ihrer Grobplanung haben Sie die ungefähre Herstellzeit in Arbeitstagen für ein Regelgeschoß ermittelt.
Unterteilen Sie diese maximal zur Verfügung stehende Zeit in eine Herstell- und eine Pufferzeit. Durch die Pufferzeit können Sie kleinere Störungen und Unregelmäßigkeiten im Bauablauf auffangen und vermeiden so das Arbeiten außerhalb der tariflichen Regelarbeitszeit.
Legen Sie die Kolonnenstärke anhand der von Ihnen vorgegebenen Herstellzeit so fest, daß diese über die gesamte Bauzeit möglichst konstant beibehalten werden kann.
Bilden Sie nach Möglichkeit kleine Arbeitskolonnen, die unverändert gleiche oder ähnliche Arbeiten ausführen.
Durch den hohen Wiederholungsgrad bei der Vielzahl der Geschosse erzielen Sie einen gewissen Einarbeitungseffekt, der sich unter anderem auch auf Ihren Aufwandswert auswirken kann/sollte.
Wie beginne ich mit der Aufstellung des Bauzeitenfeinplans?
Zur Aufstellung Ihres Bauzeitenfeinplans müssen Sie zunächst die wichtigsten Rahmenbedingungen untersuchen, die die Reihenfolge der einzelnen Arbeitsvorgänge beeinflussen.
Rahmenbedingungen sind u.a. die Ausschalfristen, Engpässe bei der Betonbeschickung, Platzverhältnisse auf der Baustelle, Auslastung der einzelnen Kolonnen usw.
Im Interesse eines zügigen Bauablaufes sollten Sie anstreben, die Ausschalfristen so kurz wie möglich zu halten. Somit erreichen Sie, daß die Schalung frühestmöglich im Folgetakt eingesetzt werden kann und unproduktive Leerzeiten der Belegschaft verhindert werden können.
Über alle anderen oben genannten Rahmenbedingung sollten Sie sich analog Ihre Gedanken machen.
Anschließend können Sie anhand dieser Überlegungen zur konkreten Umsetzung der Taktfeinplanung die wichtigsten Verknüpfungen zwischen den einzelnen Arbeitsvorgängen herstellen.
Mit dieser Festlegung bringen Sie die einzelnen Vorgänge in die technisch und organisatorisch richtige Reihenfolge und stellen so den notwendigen zeitlichen Bezug her.
Wie nehme ich eine Leistungs- und Kapazitätsabstimmung zur Gewährleistung eines kontinuierlichen und effizienten Personaleinsatzes vor?
Bei der Leistungs- und Kapazitätsabstimmung kommt es darauf an, die zunächst nicht übereinstimmenden Taktzeiten so abzugleichen, daß die Personalressourcen möglichst über die gesamte Taktzeit voll ausgelastet werden.
Überlegen Sie sich, welche Taktzeit (Arbeitstage + Pufferzeit) Sie für die von Ihnen festgelegte Takteinteilung realisieren müssen, um die vorgegebene Bauzeit einhalten zu können.
Prüfen Sie dann welche Taktzeiten Sie mit der von Ihnen gewählten Kolonnenstärke realisieren können. Sollte es zu Abweichungen zwischen der erreichbaren und der von Ihnen angestrebten Taktzeit kommen, muß zwischen den einzelnen Takten ein Abgleich der Kapazitäten und Leistungen erfolgen.
Es sind also vorrübergehende Vergrößerungen bzw. Verkleinerungen einzelner Schalungskolonnen vorzunehmen, so daß bei der Konstruktion des Taktplans die vorgegebenen Kolonnenstärken nicht konsequent eingehalten werden können.
Sie sollten dabei darauf achten, daß nach Möglichkeit die Leistungs- und Kapazitätsabstimmungen nur zwischen Kolonnen stattfinden, die gleiche oder ähnliche Arbeiten ausführen, um die Effizienz der einzelnen Kolonnen nicht herabzusetzen.
Wie plane ich meine Baustelleneinrichtung?
Nachdem Ihnen aus der Ablaufplanung die Fertigungsdaten, die erforderliche Kolonnenstärke und die Einsatzzeit der Belegschaft bekannt sind, können Sie anschließend die Baustelleneinrichtung planen.
Bei der Planung der Baustelleneinrichtung muß die Aufstellung der standortgebundenen maschinellen Anlagen und sonstigen zur Bauausführung notwendigen ortsfesten Einrichtungen soweit optimiert werden, dass unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen geringst mögliche Kosten beim Aufstellen und insbesondere während des Bauablaufs entstehen.
Neben der Bemessung der einzelnen Anlagen muß die Zuordnung der Aufstellplätze genau geplant werden, um gegenseitige Behinderungen zu vermeiden und ein Minimum an Transportleistung auf der Baustelle zu erreichen.
Unter den Rahmenbedingungen sind im Wesentlichen die Abmessungen des Bauwerkes, die anzutreffenden örtlichen Platzverhältnisse, die vorgesehen Bauverfahren und das Arbeitskräftepotential zu verstehen.
Sind die von Ihnen gegebenen Antworten der einzig richtige Lösungsweg?
Die von Doka gegebenen Antworten und Tipps beschreiben nur einen von mehreren möglichen Lösungswegen oder Vorgehensweisen und sind lediglich als Hilfestellung zum leichteren Einstieg in die Aufgabenstellung gedacht.
Wo finde ich Informationen zum Thema Arbeitssicherheit?
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) veröffentlicht auf ihrer Homepage www.bgbau.de hilfreiche und wissenswerte Informationen zum Thema Arbeitssicherheit am Bau.
Wie funktioniert das Einlesen der Bauwerkspläne in Tipos 6.0 ?
Um das Erzeugen des Grundrisses in Tipos zu vermeiden kann die automatische Einlesefunktion der DXF-Bauwerkspläne, die als Download unter www.doka.com/wettbewerb verfügbar sind, verwendet werden:
Hier als Beispiel das Einlesen des Untergeschosses:
- Tipos starten
- Bauwerk – Bauwerk importieren
- Registerkarte Zuordnen: Skalierungsfaktor 1:1; Dateityp DXF- Datei; Datei wählen – Datei laden
- Registerkarte DXF- Filter: in der Layeranzeige nur „0_UG_Waende“ markieren – Grundriss neu zeichnen; Achtung: nicht OK drücken, sondern wechseln zu:
- Registerkarte Zuordnen: alle Linien markieren – „Wandkanten“ einstellen – zuordnen; Achtung: nicht OK drücken, sondern wechseln zu
- Registerkarte DXF- Filter: in der Layeranzeige nur „0_UG_Deckenkanten“ markieren – Grundriss neu zeichnen; Achtung: nicht OK drücken, sondern wechseln zu:
- Registerkarte Zuordnen: alle Linien markieren – „Deckenkanten“ einstellen – zuordnen; Achtung: nicht OK drücken, sondern wechseln zu
- Registerkarte DXF- Filter: in der Layeranzeige „0_UG_Deckenkanten“ und „0_UG_Waende“ markieren – Grundriss neu zeichnen; Achtung: nicht OK drücken, sondern wechseln zu:
- Registerkarte Zuordnen: OK
Durch Auswählen eines Wand- oder Deckenschalsystems wählt Tipos automatisch die zu schalenden Bauteile (Wände bzw. Decken und Unterzüge) aus und markiert sie entsprechend. Die Bauteilhöhen und Deckendurchbrüche können unter Bauwerk – Höhen bestimmt werden. Hierzu die entsprechenden Bauteile markieren und gewünschte Eigenschaften eingeben.
Nicht alle Teile des Bauwerks können von Tipos automatisch geschalt werden. Diese Bauteile müssen per „Einzelteile von Hand“ geschalt werden. Manchmal kann es auch durchaus sinnvoll und wirtschaftlich sein, eine automatisch erzeugte Schalungslösung durch eine manuell erzeugte zu ersetzen.
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