|
|
 |
 |
|
Die 3.000 km lange Europastraße E6 verbindet Trelleborg im Süden Schwedens mit Kirkenes im Norden Norwegens. Etwa 90 km nördlich der schwedischen Stadt Göteborg entsteht eine 494 m lange Brücke über den Örekilsälven. Aus Naturschutzgründen entschied man sich für den Bau einer Bogenbrücke.
|
|
 |
|
|
Der Doka-Bogenschalwagen sorgte im nördlichen Bauabschnitt für eine termingerechte Bauausführung Foto: NCC
|
|
|
 |
|
Der 225 m lange Brückenbogen mit konstantem Radius von 185,20 m beginnt mit einer Neigung von 34°. Sein dreizelliger Hohlkastenquerschnitt ist bis zur Scheitelhöhe von 50,00 m konstant 14,20 m breit, während sich die Höhe des Querschnitts von 5,37 m auf 3,05 m verjüngt. Die Innenhöhe der Zellen verringert sich dadurch von 4,60 m auf 2,41 m.
|
 |
|
Die Südseite des Bogens sollte soweit wie möglich auf einem bodengestützten Traggerüst entstehen. In 12 Segmenten zu jeweils 11,00 m Länge betonierte man jeweils Boden und Stegwände gemeinsam und danach Decke und Randbalken. Die Nordseite entstand im Freivorbauverfahren mit einem Doka-Bogenschalwagen und rückverankert über einen Pylon. Aufgehängt ist der Bogenschalwagens ausschließlich an der Unterseite des Bauwerks. Dies hält die Bogenoberseite frei von Führungen oder Sicherheitsabspannungen und bietet gegenüber anderen Lösungen eine einfache Bearbeitung der Betonoberfläche. Schalwagen und Schalung können bereits für den sogenannten Anfänger verwendet werden. Dies vermeidet einer separaten Rüstung und Schalung.
|
 |
Für den breiten Querschnitt des Bogens spannten die Doka-Schalungstechniker zwei Bogenschalwagen parallel zu einem Tandem zusammen. Konkrete Aufgabe der Schalwagen: Die Herstellung eines monolithischen Betonkörpers in 17 Betonierabschnitten zu jeweils 5,50 m Länge. Je zwei 17,60 m lange, schlanke und leichte Fachwerkscheiben, in Längsrichtung dreigeteilt und im Abstand von 2,65 m angeordnet, bildeten die Tragkonstruktion der Wagen. Durch Quertraversen und Diagonalen entstand ein stabiles, räumliches Fachwerk, rundum ausgerüstet mit Arbeitsbühnen. Die Schieblinge der Fachwerke griffen in spezielle, abschnittsweise versetzbare Aufhängeschuhe ein, die in der Bogenunterseite geankert waren. Beide Fachwerke waren voneinander getrennt verfahrbar über Kletterprofile, Hubmechanik und Hydraulikzylinder aus dem Selbstkletter-Baukasten SKE100 von Doka.
Die Bodenschalung bildete das Kernstück der Außenschalung. Sie leitete alle Betonierlasten über 40 mm starke Temporäranker in die Bogensegmente ein. Um Gewicht zu sparen, hatte die bauausführende Firma NCC die Stegdicken des Bogens bis auf 35 cm reduziert. Deshalb dienten zusätzliche, umsetzbare Abspannblöcke auf der Oberseite des Bogens zur direkten Verankerung der Temporäranker. Auflager im hinteren Bereich der Bodenschalung leiteten die resultierenden horizontalen Lastkomponenten zuverlässig in das Bauwerk. So blieben die Fachwerke des Schalwagens während der Betonage lastfrei. Zum Verfahren enthielt die Bodenschalung sowohl die Verfahrrollen für die Bodenschalung selbst, als auch Hängerollen zum Umsetzen der Fachwerke.
Die Wandschalungselemente aus Doka-Trägerschalung Top 50 waren in der Höhe anpassbar und über Zahnstangenfahrwerke quer verschiebbar. Für eine frühzeitige Nachbearbeitung der Oberfläche ermöglichten mehrfach teilbare Deckelelemente schnelles, schrittweises Ausschalen bereits während der laufenden Betonage. Innenschalung für den Hohlkasten: Drei Schalungssätze mit einer Länge von je 6,00 m, mit integrierten Fahrwerken sowie rückwärtigen Abstützungen ausgerüstet und separat mit Greifzügen umsetzbar.
NCC erzielte mit diesem Schalungskonzept über alle Betonierabschnitte eine für diesen Bogenquerschnitt beachtliche durchschnittliche Taktung von nur zwei Wochen.
|
 |
Die 24,20 m breite Fahrbahnplatte sollte in insgesamt 31 Takten in Stahlverbundbauweise entstehen, mit 19 Abschnitten zu je 15,00 m Länge im Pfeilerbereich und 12 Abschnitten zu je 16,00 m Länge im Bogenbereich. Der rund 1,60 m hohe Stahlüberbau aus zwei luftdicht geschweißten, einzelligen Stahltrögen mit trapezförmigem Querschnitt weist unten eine Breite von 2,10 m und oben von 3,00 m auf.
Quer liegende Stahlträger verbinden die beiden Stahltröge in regelmäßigen Abständen. Die Dicke der Fahrbahnplatte variiert von 0,80 m am Randbalken, über 0,27 m am Kragarmende bis 0,50 m über den Trögen. Die Stahlbetonfahrbahnplatte entstand im Pilgerschrittverfahren mit zwei jeweils 20,00 m langen und 27,00 m breiten Doka-Verbundschalwagen. Dabei betonierte man zuerst die Freiflächen über den Pfeilern, dann von links und rechts den Bereich über dem Bogen.
|
 |
Bei Verbundtragwerken mit dichtgeschweißten Hohlkästen als Brückenlängsträger darf die Lasteinleitung nur über die Stege des Hohlkastens erfolgen. Oberhalb der Stege aufgesetzte Schalwagenstühlchen dienten als Rollenbahn für die Schalwagen. Sonderspindeln in Quer- und Längsrichtung leiteten die auftretenden Lasten hier über Panzerrollen in das Brückenbauwerk. So reichten nur drei Ankerstäbe pro 2,50 m Einflussbreite aus, um die im Betonierzustand auftretenden Kräfte aus der 9,20 m breiten Innenschalung zu beherrschen.
Es hat sich bewährt, die auf Mehrzweckriegeln WU16 aufgebaute Innenschalung über Rollenträger zusammen mit dem Wagen in den nächsten Takt zu verfahren. Die Innen-Arbeitsbühne ist Gewicht sparend nur punktuell unter den Aufhängestellen des zweiteiligen Ankersystems positioniert und mit Stegbühnen verbunden. Bei den mit 4,50 m enorm langen Kragarmplatten griffen die Doka-Schalungstechniker wiederum auf den Mehrzweckriegel WU16 zurück und kamen mit nur einer zusätzlichen Ankerung durch die Fahrbahnplatte aus. Die Schalung für den in Schweden üblichen Randbalken ist über Hängeträger in die Kragarmschalung integriert.
|
 |
Zur Brückenmitte rückt der unterhalb liegende Brückenbogen immer näher an den Überbau heran. Teleskopierbare Hängegeländer an der Arbeitsbühne des Verbundschalwagens dienten dazu, den veränderlichen Höhenunterschied im 5 cm-Raster auszugleichen.
Die Querverbindungen im Stahlüberbau behindern das Verfahren der Innenschalung, da sie sich im Weg der Arbeitsbühne befinden. Zum Unterqueren der Querträger ließen sich die betroffenen Reihen des Hängegeländers in der Innenschalung nach und nach ausbolzen und umklappen. Dabei reichen die vorhergehenden bzw. nachfolgenden Geländerreihen aus, um die Innenbühne zuverlässig zu halten.
Die hervorragende Fachkenntnis der schwedischen Baufirma NCC und die sehr gute Baustellenkommunikation zwischen NCC, Doka Sverige, NL Uddevalla und dem Doka-Kompetenzcenter Verbundbrücken in Maisach trug erheblich dazu bei, dieses Projekt zu meistern und den geplanten Wochentakt einzuhalten: Montag / Dienstag Ausschalen / Verfahren / Einrichten. Mittwoch / Donnerstag: Bewehren und Freitag Betonieren.
|
 |
Projektdaten „Bro över Örekilsälven“: Länge: 494,00 m Breite: 23,00 m Spannweite: 225,00 m Bogenhöhe: 50,00 m Bauzeitraum: 2005 – 2008 Kosten: ca. 26,5 Mio. Euro
|
|
 |
Bauherr: Vägverket (staatliche Behörde, u.a. zuständig für Ausbau und Unterhalt des schwedischen Straßennetzes) Auftragnehmer: NCC (Nordic Construction Company), Immobilienkonzern mit Sitz in Solna / Stockholm in Schweden Projektleitung: NCC Berndt Jansson Tragwerksplanung: Leonhard, Andrä und Partner, Stuttgart Centerlöf & Holmberg, Malmö Stahlzulieferung: Dem-Verk, Nordverk Betonlieferung: AB Färdig Betong, Göteborg Schalungstechnik: Doka Sverige, NL Uddevalla, Anwendungstechnik Maisach, Doka-Kompetenzcenter Verbundbrücken, Maisach
|
|
 |
Maisach, 23.04.2008
Kontakt: Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH Frauenstraße 35 82216 Maisach Tel. 08141 394-0 Fax 08141 394-6183 E-Mail: Deutsche.Doka@doka.com
Rückfragen über: Uwe Adlunger Tel. 08141 394-6197 Fax 08141 394-6155 E-Mail: Uwe.Adlunger@doka.de
|
 |
|
Die Bogensüdseite der Örekilsälven-Brücke entstand auf Traggerüst in 12 Segmenten zu jeweils 11,00 m Länge
Foto: Doka
|
|
|
 |
|
Lastzustände des Doka-Bogenschalwagens
Grafik: Doka
|
|
|
 |
|
Die 24,20 m breite Fahrbahnplatte entstand in insgesamt 31 Takten in Stahlverbundbauweise, mit 19 Abschnitten zu je 15,00 m Länge im Pfeilerbereich und 12 Abschnitten zu je 16,00 m Länge im Bogenbereich
Foto: Doka
|
|
|
 |
|
Bei Verbundschalwagen bieten unter den Kragplatten positionierte Arbeitsbühnen maximale Sicherheit für schnelles Arbeiten und höchste Produktivität
Foto: Doka
|
|
|
 |
|
 |
|
|
 |
|
 |
|