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Auf der Fläche nördlich des Turms werden 2150 bewegliche Spiegel errichtet, die die Solarstrahlung gezielt reflektieren und einer „solaren Brennkammer“ (Receiver) gebündelt zuführen. Die dabei entstehenden Temperaturen von bis zu 700 Grad Celsius werden genutzt, um Wasserdampf zu erzeugen. Dieser wiederum treibt ein Turbinen-Generator-System an, das den umweltfreundlichen Strom produziert – CO2-frei und Ressourcen schonend im Vergleich zur Verbrennung fossiler Brennstoffe.
Nach einer landesweiten Ausschreibung konnte sich das Bauunternehmen Ed. Züblin AG mit seinem Vorschlag behaupten. Bereits in der Submissionsphase unterstützten die Doka-Schalungstechniker das Projektteam rund um Marcus Karr, den Leiter der Arbeitsvorbereitung von Ed. Züblin AG in Duisburg. Für ihn hatte von Beginn an die Einhaltung des Bauzeitplanes und die Sicherheit seiner Mannschaft oberste Priorität.
Mit der am Bauwerk geführten Doka-Kletterschalung Xclimb 60 wächst der dreizellige, 14,85 m x 9,60 m große Querschnitt des 60 m hohen Anlagenturms im Wochentakt empor. Die nötige hohe Genauigkeit und die Vielzahl der Einbauteile erfordern eine exakte Lösung. Somit schied eine Gleitschalung aus. Nun wächst der Turm in 12 Takten wöchentlich um 4,20 m nach oben.
Sicheres Umsetzen bis Windstärke 8
Die Mannschaft von Züblin ist durch die flache Umgebung mit relativ hohen Windgeschwindigkeiten konfrontiert, die das konventionelle Höhersetzen großflächiger Schalungseinheiten erheblich erschweren.
An den windanfälligen Außenseiten des Turms arbeiten sie deshalb mit der geführten Kletterschalung Xclimb 60. Am Bauwerk montierte Schuhe führen die Vertikalprofile der Klettergerüste – für rasches und sicheres Umsetzen bei nahezu jeder Witterung. Der Kran kann jede der 10 Bühnen auch bei Windböen bis zu 72 km/h, entsprechend Windstärke 8, mit einem einzigen Kranhub in den nächsten Betonierabschnitt ziehen. Die Führungsschuhe lassen sich einfach zwischen Wand und Vertikalprofil ausbauen und im nächsten Betonierabschnitt wiederverwenden.
Jede Klettereinheit verfügt über je eine Arbeits-, Betonier- und Nachlaufbühne. Das Aufstiegssystem XS erschließt diese Bühnenebenen durch fest montierte Leiternaufstiege mit Rückenschutz und erfüllt somit alle gesetzlichen Vorschriften für sichere Auf- und Abstiege.
Als Wandschalung dient innen und außen die mietfähige Doka-Trägerschalung FF 20. Sie kombiniert mit ihren fertig montierten Standard-Elementen die Vorteile einer Holzträgerschalung ‑ keine Rahmenabdrücke ‑ mit den Rastervorteilen einer Rahmenschalung. Mit ihren kostengünstigen Standardelementen lässt sich die erforderliche Betonierhöhe von 4,20 m aus Grundelementen von 3,70 m Höhe plus Aufstockelement 1,00 m optimal aufbauen.
Innenschalung im Windschutz geklettert
Im Windschutz der vorab nach oben gekletterten Außenschalung kann Züblin anschließend auch die 6 Bühnen der Kletterschalung MF 240 im Inneren der großen Zelle problemlos höher setzen. Dieser Schacht ist mit einem Innenmaß von 11,30 m x 8,80 m das Herzstück des Solar-Kraftwerks und wird künftig die Technik aufnehmen.
Auf Grund der Schachtdimensionen ist hier die Doka-Kletterschalung MF 240 optimal. Ihre Arbeitsbühne gibt den Arbeitern einen sicheren und breiten Arbeitsraum von 2,40 m und bietet jederzeit ausreichend Bewegungsfreiheit. Die in Jülich verwendeten FF 20-Schalungselemente lassen sich ohne großen Kraftaufwand per Fahreinheit um 75 cm verfahren – zum Ein- und Ausschalen völlig ohne Kran.
Für feste Anpressung des Schalungselementes am vorhergehenden Betonierabschnitt sorgen unverlierbare Keile in der Fahreinheit MF. Dies bringt saubere und exakte Betonflächen und Stöße. Auch an der Innenschalung sind Nachlaufbühnen fest angeschlossen, die zur Entflechtung der Arbeiten beitragen.
Schächte blitzschnell ein- und ausgeschalt
Zwei kleinere Zellen im Schachtinneren mit den Abmessungen 6,85 m x 2,50 m bzw. 2,00 m x 2,50 m werden später das Treppenhaus und den Aufzugsschacht aufnehmen. Hier kommen ebenfalls gemietete Doka-Schachtbühnen zum Einsatz. Das Umsetzen funktioniert auch hier mit jeweils nur einem einzigen Kranhub.
Zum schnellen Ein- und Ausschalen wurden die Trägerschalungselemente hier mit der Framax-Ausschalecke I kombiniert. In dieser speziellen Innenecke ist die Ein- und Ausschalfunktion direkt integriert. Einfaches Zurückspindeln ergibt ein Ausschalspiel von 6 cm. Auch das Einrichten der Schalung im nächsten Schuss funktioniert im Handumdrehen: Nach dem Vorspindeln ist das Schalungsmaß sofort wieder korrekt hergestellt - ganz ohne Messen. Das Umsetzen der kompletten Schachtschalung erfolgt in einem Stück. Polier Fatih Cengiz ist von den praktischen Ausschalecken ganz angetan: „Jetzt schalen wir Schächte so schnell wie nie.“
Bauleiter Christian Brendenahl zur Zusammenarbeit mit Doka: „Wir kommen mit der Technik bestens zurecht. Und die Unterstützung vor Ort ist so, wie wir es uns von einem echten Partner erwarten.“
Maisach, 11.07.2008
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