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Der dreigeschossige quadratische Kubus hat es in sich. Denn die Sichtbetonflächen der Wände und Decken sind architektonisch gestaltet, und bis zur Klasse SB 4 nach DBV-Merkblatt Sichtbeton ausgeschrieben. Sie verleihen der funktionalen Forschungsstätte mit seinen hochwertigen Laboren eine ganz besondere Note. Industriebau Wernigerode GmbH (IBW), Niederlassung Halberstadt, hat den Auftrag für den Rohbau mit einer Auftragssumme von ca. 1 Mio. Euro erhalten.
Den Bauprozess konsequent begleitet
Bei einem Ortbetonprojekt mit derart hohen Anforderungen an die Sichtflächen kommt der Schalungstechnik eine entscheidende Bedeutung zu. So verlässt sich Industriebau Wernigerode erneut auf die seit vielen Jahren gewachsene gute Zusammenarbeit mit den Doka-Schalungstechnikern: Die Projektingenieure der Doka-Niederlassung Magdeburg arbeiteten eine bis ins letzte Detail durchdachte Schalungslösung aus ‑ und berücksichtigten dabei sämtliche Gegebenheiten der Baustelle.
„Unser wichtigstes Ziel ist es, dem Kunden ein optimales und vor allen Dingen wirtschaftliches Angebot vorzulegen“, betont Doka-Fachberater Torsten Damm. „Dazu gehört vor allem, den Bauablauf zu verstehen und sich jedes Mal in die Situation unserer Kunden hineinzudenken.“ „Schalungen gibt es viele auf dem Markt“, fügt Bauleiter Volkmar Lärm hinzu. „Doch das Doka-Team begleitet uns auch optimal durch den gesamten Bauprozess.“
Unregelmäßige Schalhautfugen
Wichtig ist die Auswahl des geeigneten Schalungssystems für die jeweilige Bauaufgabe. Polier Georg Herrmann ist mit der Entscheidung für Doka sehr zufrieden. Seine 12 Mitarbeiter auf dieser Baustelle kennen sich mit dem System bereits gut aus: „Wir stellen hier ausgezeichneten Sichtbeton mit einfachen Mitteln her“.
Bei den erhöhten Sichtbetonanforderungen SB 4 im Bereich des Bürotraktes entschied man sich hier in Hannover für die bereits fix und fertig montierte und dadurch auch für wenige Einsätze wirtschaftlichen Doka-Trägerschalung FF 20. Diese mietbare Wandschalung steht für hochwertige Betonergebnisse. Ganz ohne Zusatzteile lässt sie sich schnell und sicher aufstocken über fest eingebaute und einfach zu bedienende Aufstockschienen.
Spezielle FF 20-Elementverbinder verbinden die Elemente untereinander zugfest und schlupffrei – beste Voraussetzung für erstklassige Sichtbetonergebnisse. Trotz ihrer wenigen Elementbreiten lässt sie sich im 25 cm-Raster an jedes Bauwerk anpassen. Dies vereinfacht die Planung, das Schalen und die Logistik auf der Baustelle, bringt beste Ausnutzung der Schalung und senkt Vorhaltemengen und Mietkosten.
Hier in Hannover erfordern die hohen Ansprüche der Architekten mit einem vorgegebenen Fugen- und Ankerraster sowie einer nicht sichtbaren Schalhautbefestigung, zusätzlich eine großflächige Vorsatzschalhaut – Phenox special NFO der Firma Westag – von hinten auf die Elemente zu verschrauben. Im Schalungsmusterplan sind die von den Planern gewünschten unregelmäßigen Schalhautfugen deutlich gekennzeichnet. Sie orientieren sich an Wand- und Türöffnungen und greifen Bauwerkskanten auf. Das macht eine komplette Vormontage der Elemente nahezu unmöglich.
Also stellt man zuerst die Grundelemente auf der Sichtseite und verschraubt anschließend die Vorsatzschalhaut von hinten entsprechend dem Schalungsmusterplan. „Die Schalhautstöße haben wir noch mit einem geschlossenzelligen Dichtungsband abgedichtet“, verrät Polier Georg Herrmann. „So haben selbst geringste Feinanteile keine Chance auszubluten.“ Auf der gegenüberliegenden Seite besteht keine erhöhte Sichtbetonanforderung. Bei der Schließschalung entfällt deshalb die zusätzliche Schalhaut und das Dichtungsband.
Praxisbezug für Studenten
Die Betonrezeptur wurde mit den Fachleuten von Betotec gemeinsam diskutiert, immer wieder angepasst und wird letztendlich speziell für die Gegebenheiten auf dieser Baustelle von Heidelberger Beton geliefert – insgesamt 1.750 m³. Die Betonage der Sichtbetonwände erfolgt mit dem Krankübel bei einer kontinuierlichen Steiggeschwindigkeit von 1,50 m/h – die Flächen können sich sehen lassen.
Die Baustelle liegt in Sichtweite des Büros von Prof. Dr.-Ing. Ludger Lohaus, bekannt als Gutachter und durch zahlreiche Sichtbeton-Forschungsprojekte am Institut für Baustoffe an der Uni Hannover. So ist es naheliegend, dass er den Kontakt zur Baustelle pflegt und mit seinen Studenten des Öfteren vor Ort ist. Die künftigen Akademiker schätzen den Praxisbezug und Prof. Lohaus konnte in einem Teilbereich seine Versuche in die Realität umsetzen.
Unschlagbar schnelle Ausschalecke I
Im Labortrakt bestehen Anforderungen der Klasse SB 2. Hier entschied man sich in Abstimmung mit dem Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann und wegen der bisherigen guten Erfahrungen für die Doka-Rahmenschalung Framax Xlife. Sie ist zu günstigen Kosten jederzeit schnell verfügbar. Bei allen Rahmenschalungen zeichnen sich zwar Elementfugen und Ankerraster deutlich ab. Inzwischen betrachten dies viele Architekten nicht mehr als störend, sondern integrieren dieses Betonbild bewusst in ihren Entwürfen. Das geordnete Fugen- und Ankerbild wirkt somit gestalterisch. Als Schalhaut dient bei Framax die Xlife-Platte mit einer polypropylenbeschichteten Oberfläche. Die mit neuer Schalhaut belegten Großelemente überzeugen mit tadelloser Qualität, so wie von den Architekten gewünscht.
Auch bei den Wänden ohne spezielle Sichtanforderung sorgt die Rahmenschalung Framax Xlife für richtig Tempo. Unschlagbar schnell ist auch der Liftschacht ein- und wieder ausgeschalt. Denn mit den neuen Doka-Ausschalecken I muss die Schachtschalung zum Umsetzen nicht mehr auseinandergenommen werden. Einfaches Spindeln auf der Oberseite der Schachtecken zieht die Schalung rund herum um 6 cm zusammen. Nun kann der Kran die gesamte Innenschalung unzerlegt mit einem einzigen Hub in die nächste Etage ziehen. Und das maßgenaue Wiedereinschalen geht genau so schnell. Lediglich die Spindeln zurückdrehen – fertig.
Maisach, 02.10.2008
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