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„Schneckenhaus“ Tigutorn – eine schalungstechnische Herausforderung
Perfekte Anpassung an jede Krümmung
Enger Zeitplan und hohe architektonische Anforderungen waren die Vorgaben beim Appartementhaus Tigutorn in Estland. Tigutorn bedeutet Schneckenturm auf Estnisch und der Name ist treffend gewählt. So verfügt das 23 Stockwerke hohe Wohnhaus über einen spiralförmigen Grundriss, der sich bis an die Gebäudespitze fortsetzt.
Das Doka-Windschildsystem (links im Bild) verschloss die Öffnung des „Schneckenhauses“ über mehrere Stockwerke hinweg. Beim restlichen Gebäude bot Trapezblech wirksamen Schutz gegen Wind und Wetter.
Ähnlich einem schräg aufgerollten Papierblatt verjüngt sich das Gebäude an der Spitze. Die in jedem Stockwerk in unterschiedlicher Reihenfolge angeordneten runden und rechteckigen Gebäudefenster geben dem Hochhaus ein zusätzlich markantes Erscheinungsbild. Mit der Bauausführung für den Rohbau dieses anspruchsvollen Gebäudes wurde das Bauunternehmen Kontek beauftragt.

Die charakteristische Spiralenform des Gebäudes findet sich neben der Fassade bei einem Großteil der Innenwände sowie des Gebäudekernes wieder. Für sämtliche gekrümmten Wände wurde deshalb die flexible Doka-Selbstkletterschalung SKE 50 mit der Trägerschalung Top 50 kombiniert. Durch die ständige Verankerung der SKE 50-Klettereinheiten am Beton war auch ein Arbeiten bei höheren Windgeschwindigkeiten möglich. Ein am Außengeländer angebrachtes Trapezblech bot zusätzlichen Schutz vor schlechter Witterung. Vervollständigt wurde der Rundumschutz durch ein Windschild an der Öffnung des „Schneckenhauses“.

Die von außen nach innen schrittweise zunehmende Krümmung erforderte Sonderelemente, die immer an der selben Stelle des Gebäuderadius eingesetzt wurden. Der Zuschnitt für die millimetergenau an die jeweilige Gebäudekrümmung angepassten Formhölzer erfolgte auf einer CNC-Maschine im Fertigservice Amstetten. Die Sonderelemente wurden in der estnischen Doka-Niederlassung vormontiert und just-in-time auf die Baustelle geliefert.

Dort musste die Schalung nur mehr eingerichtet werden. Eine Einstellung auf die unterschiedlichen Krümmungen war aufgrund der exakten Vorfertigung nicht mehr notwendig. „So war auch mit einer – aufgrund des geringen Platzangebotes – kleinen Baustellenmannschaft und einfachen Deckenschalungsvorhaltung ein acht- Tagestakt pro Stockwerk möglich“, erläutert Mart Urbas, Inhaber bei Kontek.

Die exakt gefertigten Trägerschalungselemente passten sich perfekt an den Radius des „Schneckenturms“ an und mussten nicht mehr auf die unterschiedlichen Krümmungen eingestellt werden.
Eine zusätzliche schalungstechnische Herausforderung waren die in zwei Etappen einhergehenden Verschmälerungen der Außenwände. Die dafür notwendige Anpassung erfolgte ohne Modifikation an der Schalung durch einfaches Austauschen einiger Metalllaschen.

Um den engen Zeitplan für die Rohbauarbeiten einhalten zu können, kletterte der Gebäudekern voraus. Die Selbstklettereinheiten SKE 50 kamen hier in Kombination mit der Trägerschalung Top 50 sowie für die Liftschächte mit der Rahmenschalung Framax Xlife und der Ausschalecke I zum Einsatz.

Letztere ermöglichte ein schnelles Ein- und Ausschalen mittels Ratsche. Ein Hydraulikaggregat war notwendig um die 18 SKE 50-Einheiten des gesamten Gebäudekernes nach oben zu klettern. Das zweite Hydraulikaggregat fuhr die 32 Selbstklettereinheiten mit der Fassadenschalung Stockwerk für Stockwerk in die Höhe.

Die Baustelle wurde durch die Doka Eesti und das Kompetenzcenter Selbstklettertechnik bestens betreut: „Durch den persönlichen Kontakt konnten wir uns optimal mit dem Bauunternehmen abstimmen. Je mehr Input wir über den Bauablauf bekommen, umso besser funktioniert das Schalungskonzept“, erläutert Christian Neumann, Experte für Selbstklettertechnik bei Doka. Die Baustelle liegt exakt im Plan. Im August werden sämtliche Rohbauarbeiten für das 23 Stockwerke hohe Apartmenthaus abgeschlossen sein.

Bauausführung: Kontek
Schalungsberatung: Doka Eesti und Kompetenzcenter Selbstklettertechnik
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