
Bei der Herstellung anspruchsvoller 3D-Stützen zeigt Doka, wie sich komplexe Geometrien mit einer schlanken Schalung wirtschaftlich umsetzen lassen.
Für den neuen Eingangsbereich der Via Mobile – dem Verbindungssystem zwischen den Messehallen in Frankfurt – mussten anspruchsvolle 3D-Stützen mit höchsten Sichtbetonanforderungen (SB4) gefertigt werden – in drei- und vierarmiger Ausführung und mit komplexer Geometrie. Um diese Anforderungen technisch und wirtschaftlich optimal umzusetzen, setzte die Adolf Lupp GmbH & Co. KG auf die Expertise von Doka. Gemeinsam Lupp entwickelte Doka eine passgenaue Schalungskonstruktion, die den Einsatz von Material, Zeit und Kosten deutlich verringerte und zugleich ein optimales Sichtbetonergebnis sicherstellte.
Gebäudetyp
Verbindungsbauwerk
Herausforderung
Große Bauteildimensionen und komplexe Geometrie in Verbindung mit höchsten Sichtbetonanforderungen (SB4), engem Zeitplan und winterlichen Bedingungen
Lösung
Schlanke, präzise geplante 3D-Schalungskonstruktion mit hochwertiger Schalhaut, wettergeschützter Ausführung und sorgfältig abgestimmter Logistik
Mit dem neuen Eingangsbereich Messeplatz Süd wird die Messe Frankfurt weiter modernisiert. Das Gebäude schließt direkt an die Via Mobile an – eine überdachte Passage, die die Hallen des Messegeländes miteinander verbindet und für kurze Wege sorgt. So entsteht ein zusätzlicher Zugang, der die Orientierung erleichtert und den Besucherfluss verbessert.
Verantwortlich für das Bauvorhaben ist die Adolf Lupp GmbH & Co. KG, die auch den nahe gelegenen Europa-Allee Tower realisiert. Doch während es beim "EAT" senkrecht in die Höhe geht, geht es bei Via Mobile schalungstechnisch in Schräglage. Im Mittelpunkt des Projekts stehen imposante, geneigte drei- und vierarmige 3D-Stützen, die das Bild des neuen Eingangsbereichs prägen sollen. Ihre besondere Geometrie stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Besonders die dreiarmige Ausführung war dabei technisch anspruchsvoll, da sie mit unterschiedlichen Neigungen und exakt definierten Anschlussflächen ausgeführt werden musste. Mit ihren enormen Dimensionen und den strengen Vorgaben an Maßhaltigkeit sowie an die Betonoberfläche in Sichtbetonklasse SB4 erforderte die Umsetzung höchste Präzision. Auch winterliche Bedingungen und ein enger Zeitplan wirkten sich auf die Abläufe auf der Baustelle aus und verlangten eine vorausschauende Materiallogistik.
Für die Umsetzung der komplexen Bauteile holte Lupp frühzeitig Doka ins Boot. Die vierarmige Stütze (Höhe ca. 6 m) besteht aus zwei V-förmig angeordneten, geneigten Pfeilerpaaren, die sich spiegelgleich gegenüberliegen. Durch diese symmetrische Geometrie bot sich in diesem Fall eine "traditionelle" Schalungslösung mit zwei geschlossenen Formholzkästen an, die jeweils ein V vollständig umschlossen. Die Kästen wurden im Doka-Fertigservice passgenau vorproduziert und montagefertig auf die Baustelle geliefert – eine bewährte Herangehensweise, mit der man die geforderte Genauigkeit in der Formgebung und die hohe Oberflächenqualität zuverlässig erzielte.
Bei der dreiarmigen Stütze sah es anders aus. Etwa 7 m Gesamthöhe, „Armlängen“ bis zu 8,50 m plus unterschiedliche Neigungen sprachen in puncto Materialaufwand gegen ein konventionelles Vorgehen. Gemeinsam mit Lupp wählte Doka daher einen „Slim Fit“-Ansatz, bei dem nicht die komplette Stütze, sondern jeder Arm einzeln geschalt wurde. Via 3D-Planung wurden den drei Auslegern passgenaue Trägerschalungselemente auf den Leib geschneidert und mittels Spindelstreben auf rechtwinklige Top 50-Gesperre gesetzt. Beides wurde vorgefertigt und vor Ort zusammengefügt. Durch die segmentierte Bauweise ließen sich die Einheiten einfach einheben und schnell montieren. Neben der Zeitersparnis ergab sich so eine Materialeinsparung von ca. 33 m³ Formholzkästen – weniger Material, mehr Effizienz.
Um die geforderte Oberflächenqualität in Sichtbetonklasse SB4 sicherzustellen, kam mit der DokaPly Birch eine hochwertige Schalhaut zum Einsatz. Da die Arbeiten in die Wintermonate fielen, war für ein optimales Ergebnis allerdings zusätzliche Sorgfalt und enge Koordination zwischen Planung und Ausführung gefragt, insbesondere bei Betonier- und Ausschalzeiten. Auch der Schutz der Bauteile vor Witterungseinflüssen musste sichergestellt werden. Doka und Lupp stimmten sich dafür eng ab: Neben trockener, witterungsgeschützter Lagerung der Elemente wurde ein überdachter Bereich für die Bewehrung eingerichtet, um eine Beeinträchtigung des Stahls durch Korrosion auszuschließen. Auch die Transportlogistik wurde genau koordiniert, um lange Standzeiten zu vermeiden und das Material stets einsatzbereit zu halten.
Dass die umfangreichen Arbeiten trotz des engen Zeitplans in weniger als drei Monaten abgeschlossen werden konnten, war kein Zufall. Einerseits griff schon Doka-intern ein Rädchen ins andere: Technik, kaufmännische Abwicklung, Materiallogistik und Fertigservice arbeiteten Hand in Hand, damit auf der Baustelle alles reibungslos laufen konnte. Diese gute Vorbereitung war die Grundlage für die ebenso starke und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lupp. Deren Team war von Beginn an offen für den neuen Ansatz und brachte sich aktiv in die gemeinsame Umsetzung ein. Regelmäßige Abstimmungen zwischen Planung, Fertigung und Baustelle stellten sicher, dass das Konzept auch in der Praxis reibungslos funktionierte. Die Mannschaft um Polier Michael Bellon setzte die anspruchsvollen Arbeiten dabei hochprofessionell und zielsicher um. „Das Teamwork mit Lupp war echt super – unkompliziert und lösungsorientiert. Weil alle offen dafür waren, konnten wir den neuen Ansatz überhaupt erst umsetzen. Und die Baustelle hat das richtig sauber hinbekommen“, so Marius Lenartz, verantwortlicher Projekt-Ingenieur Doka für Via Mobile.
"Das Teamwork mit Lupp war echt super – unkompliziert und lösungsorientiert. Weil alle offen dafür waren, konnten wir den neuen Ansatz überhaupt erst umsetzen. Und die Baustelle hat das richtig sauber hinbekommen.“
Jahr der Fertigstellung
2025
Projektdauer
3 Monate
Land
Deutschland
PLZ
60486
Bauausführung
Adolf Lupp GmbH & Co. KG
Auftraggeber
Messe Frankfurt GmbH
