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Stromversorgung auf Schiene

Kraftwerk Tauernmoos

03.10.2022 | Austria
Stromversorgung auf Schiene
Das Kraftwerk Tauernmoos mit einer Leistung von 170 Megawatt wird künftig die ÖBB-Eigenproduktion von bedarfsgerechtem grünem Strom aus Wasserkraft weiter erhöhen. Doka trägt neben zahlreichen anderen Auftragnehmern bei der Errichtung des Megaprojektes mit Planungs- und Produktkompetenz wesentlich zum Gelingen bei.

Impressionen

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Auf über 2.000 m Seehöhe wird derzeit in den Salzburger Hohen Tauern intensiv an der nachhaltigen Bahnstromversorgung der Zukunft gearbeitet. Denn mit dem neuen Kraftwerk Tauernmoos können die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ab 2025 noch mehr grünen Strom aus Wasserkraft selbst produzieren. Das Kraftwerk Tauernmoos soll ab diesem Zeitpunkt genau das liefern, was wir alle für eine grüne Zukunft brauchen: Saubere Energie für eine nachhaltige Mobilität. Mit einem Investitionsvolumen von ca. € 335 Mio. ist das Projekt Tauernmoos eines der größten Kraftwerksprojekte in Österreich.

Der Grundstein dafür wurde übrigens schon zwischen 1920 und 1960 gelegt – in dieser Zeit wurden die beiden Speicher Tauernmoos- und Weißsee im Salzburger Stubachtal errichtet. Während das Wasser aus dem Tauernmoossee seitdem für die grüne Stromerzeugung genutzt wird, diente der um 220 Meter höher gelegene Weißsee bis heute nur als Vorspeicher. Durch das neue Pumpspeicherkraftwerk wird sich das ändern – in Zukunft wird der Höhenunterschied durch zwei 85 Megawatt-Turbinen optimal genutzt.

Eine Batterie mit Turbinen

Die Realisierung des Kraftwerks ist ein Familienzuwachs mit voller Power: Von insgesamt neun Wasserkraftwerken in Österreich bilden die vier Bahnstromkraftwerke im Salzburger Stubachtal schon jetzt die größte und leistungsstärkste Kraftwerksgruppe der ÖBB. Der jüngste Zuwachs beeindruckt mit einer ganz besonderen Funktion: Die Maschinensätze des Pumpspeicherkraftwerks können bei geringer Stromnachfrage Wasser vom Tauernmoossee in den höher gelegenen Weißsee pumpen. Dadurch wird grüne Energie gespeichert. In Zeiten hoher Stromnachfrage kann der Höhenunterschied wieder genutzt werden: Das Wasser wird aus dem Weißsee abgelassen und treibt die Turbinen an, um erneut Strom zu erzeugen. Je nach Bedarf steht damit grüner Strom aus Wasserkraft für den umweltfreundlichen Zugbetrieb zur Verfügung.

Im Turbinenbetrieb fließen unglaubliche 80m³ Wasser pro Sekunde durch die beiden Maschinensätze, welche innerhalb kürzester Zeit auch in den Pumpbetrieb geschaltet werden können. Dann wird mit 70m³ pro Sekunde das Wasser aus dem Tauernmoossee zurück in den höher gelegenen Weißsee gepumpt. Der erzeugte Strom ermöglicht uns allen eine umweltfreundliche Mobilität. Schon heute fährt mindestens jeder fünfte Zug in Österreich mit Strom aus der Kraftwerksgruppe Stubachtal.

Kavernen Know-how

Die Kraftwerksgruppe ist in Sachen Stromgewinnung und somit für die Zukunft der Versorgung des Bahnnetzes unverzichtbar. Apropos unverzichtbar: Beim Bau der Kaverne steht der ÖBB-Infrastruktur AG als Bauherrin und dem ausführenden Bauunternehmen Swietelsky der Schalungsprofi Doka als verlässlicher Partner zur Seite. Und dass Doka hier kein unbeschriebenes Blatt ist, zeigt die erfolgreiche Umsetzung einiger der größten in Betrieb stehenden Kraftwerke Österreichs. Gerade in Zeiten von Lieferengpässen kann das in Amstetten ansässige Unternehmen seine Trümpfe ausspielen: Ein engmaschiges Liefergebiet und rasche Betreuung vor Ort in Kombination mit jahrzehntelanger Planungsexpertise und verlässlicher Handschlagqualität sind in Sachen Effizienz auf der Baustelle unbezahlbar. Eine stetige Kommunikation mit der Baustelle und gemeinsame Lösungsfindungen sorgen dafür, dass auch komplizierte Bauteile wie die riesige Kaverne – von den Abmessungen her entspricht diese einem 12-stöckigen Wohnhaus – oder die Ein-/Auslaufbauwerke fristgerecht mit Plänen und Schalungsmaterial von Doka versorgt werden können.

Geballte Planungs- und Umsetzungs-Power

Der Kavernen-Think-Tank von Doka sitzt in der Zentrale in Amstetten, wo an den innovativen Planungsmodellen gearbeitet wird: Pläne und Aufbauanleitungen werden dem Team auf der Baustelle digital zur Verfügung gestellt – die Sonderschalungen selbst kommen vom Fertigservice, das wenige Kilometer von der Doka-Zentrale im benachbarten St. Martin zuhause ist. Dort realisiert ein Team an Spezialisten Sonderschalungen für höchst individuelle Bedürfnisse, wie das Kraftwerksprojekt Tauernmoos zeigt. Wie das geht? Mit großer Erfahrung und erfolgreich umgesetzten Referenzprojekten.

Elektrisierend effizient

Alle Doka-Sonderschalungselemente, die beim Bau des massiven Wasserkraftwerks zum Einsatz kommen, werden auf Basis eines 3D-Modells gefertigt und direkt an die Baustelle geliefert. „Ziel war es, die Schalung vor Ort mit möglichst geringem Zeitaufwand montieren zu können, da es die klimatischen Bedingungen bei der Herstellung des Einlaufbauwerkes in sich hatten“, erzählt Doka Senior Projekttechniker Stefan Pirkner. Denn bevor man mitten in den Hohen Tauern im Winter an den Bau denken kann, muss nicht nur der Stausee frei von Wasser sein, sondern auch das bebaute Areal von Schnee und Eis geräumt werden. Für Doka heißt das: effizienteste Planung und Umsetzung, um die Zeit auf der Baustelle so gut als möglich zu nutzen. Bei einem minimalen Zeitfenster von nur 14 Tagen bis zum Betonieren und einem laufenden Schichtbetrieb 24/7 braucht es deshalb absolute Profis, die bei diesem Projekt am Werk sind.

Perfekt abgestimmt

Jeder Schritt wird in enger Kommunikation mit dem Kunden abgestimmt – und ganz in Doka-Manier kommen höchst individuelle Lösungen zum Zug. Zusätzlich zum erfahrenen Team sind aus dem Produktportfolio echte Alleskönner an Bord, um das Wasserkraftwerksprojekt zu realisieren: Neben der Rahmenschalung Framax Xlife, die enorm robust und vielseitig verwendbar ist, spielt das Traggerüst Staxo 100 mit einer Traglast bis zu 100 kN all seine Vorzüge aus. Einklappbare und leicht verstaubare Faltbühnen sind immer dann schnell verfügbar, wenn sie gebraucht werden – und in der 40 Meter hohen Kaverne kommt man ohne Treppentürme als transportables Stiegenhaus ohnehin nicht weit. Fast genauso wichtig wie die einzelnen Schalungselemente ist für Stefan Pirkner aber auch die Kommunikation zum Kunden: „Uns ist volle Transparenz enorm wichtig – gemeinsam findet man auch in schwierigen Situationen immer eine Lösung. Und wenn Not am Mann ist, sind wir von Doka immer ein verlässlicher Partner“.

Wasser marsch!

Ab 2025 sollen die rauschenden Wassermassen im Stubachtal grünen Strom erzeugen. Bis es so weit ist, wird Doka nach dem Bau der Riesen-Kaverne auch für weitere Planungsschritte zur Seite stehen – von der Umsetzung des zweiten Ein- /Auslaufbauwerks über den Kavernenausbau bis hin zu Trafokavernen und Portalbauwerken. Abgeschlossen ist das Projekt also noch lange nicht. Umso besser, dass mit myDoka wichtige Projektdaten wie Baustellenbestände, die Projektdokumentation, Rechnungsinfos und umfassender Zusatzinput in Echtzeit rund um die Baustelle zur Verfügung stehen. So kann das gesamte Team vor Ort – vom Bauleiter bis zum Polier – auf einen Blick erfassen, welche Doka-Produkte in und rund um die Kaverne gerade im Einsatz sind.
KRAFTWERK TAUERNMOOS
Facts & Figures

Baubeginn: 2020
Bauherr: ÖBB-Infrastruktur AG
Bauausführung: Swietelsky Tunnelbau GmbH&CoKG und Swietelsky AG – Filiale Ingenieurtiefbau
Planungsbeginn Doka-Team: Februar 22
Auslieferung & Zusammenbau: März 22

Gesamtgewicht Schalung:: 176 Tonnen (Stand 07.2022)
Anzahl der Rahmen des Unterstellungsgerüstes Staxo 100: 1.343 (Stand 07.2022)
Rahmenschalung Framax Xlife: 672m²

Planungsaufwand bisher: 900 Stunden
Planungsaufwand gesamt: Zwischen 1.000 und 1.300 Stunden

Übersicht Produkte und Services
Doka Projekte weltweit

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