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MARINA TOWER, Wien

Projekt mit Weitblick

In Wien entsteht direkt am rechten Donauufer ein 40-stöckiges Hochhaus mit anspruchsvoller, unregelmäßiger Architektur. Die Selbstkletterschalung Xclimb 60 von Doka passt sich mit einer speziellen Schubladen-Funktion optional an die "springende" Bauwerkskante an. Erfahren Sie mehr vom BL Ing. Herbert Busch über das spannende Projekt und die Herausforderungen im Hochhausbau!

Ing. Herbert Busch

Ing. Herbert Busch
Bauleiter MARINA TOWER


Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Bauleiter aus?

ING. HERBERT BUSCH: Ein guter Bauleiter muss auf jeden Fall Allrounder sein. Er muss sowohl technisches, kaufmännisches als auch juristisches Wissen haben. Hier lernt man im Laufe seines Arbeitslebens natürlich sehr viel dazu. Er muss eine gute Arbeitsvorbereitung betreiben und immer den Überblick behalten. Und natürlich muss er auch Mitarbeiter führen können.



Als nächstes geht es ins Ausland, wenn die Bauwerke noch höher werden sollen?

ING. HERBERT BUSCH:
Lacht - Das ist nicht so meins.


Herr Busch, können Sie uns das Bauvorhaben MARINA TOWER kurz beschreiben?

ING. HERBERT BUSCH: Der MARINA TOWER ist ein Hochhaus im 2. Wiener Gemeindebezirk, das mit ca. 500 Eigentumswohnungen hauptsächlich als Wohngebäude genutzt wird. Das Bauwerk hat 41 Geschosse, insgesamt eine Höhe von knapp 138 m und verfügt über drei Tiefgeschosse, die weit ins Grundwasser reichen. Im Sockelgeschoss sind neben einem Fitnesscenter auch ein Lebensmittelgeschäft, Gastronomie und ein Kindergarten geplant.

Herr Busch, Sie sind Projektleiter bei der Firma Dywidag und aktuell als Bauleiter für den MARINA TOWER verantwortlich. Was gefällt Ihnen an Ihrem Job als Bauleiter besonders?

ING. HERBERT BUSCH: Ich bin jetzt schon 14 Jahre bei der Dywidag - seit Abschluss meiner Schulzeit - und es wird nie langweilig! Ich mag die Abwechslung und die Herausforderungen, denen wir uns jeden Tag neu stellen.

Außerdem gefällt mir an meinem Job, dass ich mit vielen unterschiedlichen Menschen Kontakt habe, vom Arbeiter bis zum Bauherrn.



Was sind die Kehrseiten Ihres Berufs?

ING. HERBERT BUSCH: Die Kehrseiten sind natürlich die hohe Verantwortung, die man ab einer bestimmten Position übernehmen muss. Teilweise kommt natürlich auch der Stress dazu. In den besonders arbeitsintensiven Phasen muss leider die Familie auch etwas zurückstecken, wenn man seinen Job gut machen möchte.


An welche Projekte erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

ING. HERBERT BUSCH: Ich habe bis jetzt das Glück gehabt, dass jedes meiner Projekte positiv und partnerschaftlich abgelaufen ist, wobei die Dimensionen über die Zeit zugenommen haben. Ich habe mit kleinen Wohnbauten mit 7 Wohnungen angefangen.

Das ist immer mehr gewachsen und mittlerweile bin ich bei meinem größten Projekt, dem MARINA TOWER mit mehr als 500 Wohneinheiten, angelangt. Darüber freue ich mich sehr, wobei ich auf jedes meiner Projekte stolz bin, wenn ich daran vorbeifahre!



Wie ist der aktuelle Stand des Bauvorhabens?

ING. HERBERT BUSCH: Wir sind derzeit mit dem Rohbau vom Hochhaus im 28. Obergeschoss. Der Ausbau mit Trockenbau befindet sich drei Etagen darunter schon im 25. Obergeschoß. Die Wohnungen bis ins 12. Obergeschoss sind - inklusive Fliesen, Parkett und Sanitäreinrichtung - komplett fertig.

Laut Auftraggeber läuft der Verkauf der Wohnungen sehr gut. Ich glaube, dass an die 75-80% der Wohnungen bereits vergeben sind.

Fakten

Projekt: MARINA TOWER, Wien
Architekt: Zechner & Zechner ZT GmbH
Bauherr: BUWOG Group GmbH & IES Immobilien
(Roh-)Bauzeit: 2018 - 2022

Bauausführung: ARGE MARINA TOWER Swietelsky BaugmbH und Dyckerhoff & Widmann Ges.m.b.H

Schalungssysteme: Selbstkletterschalung Xlimb 60 mit Windschild, Traggerüst Staxo 100

Projektdetails

Die Herausforderung

Bau eines 40-stöckigen Hochhauses mit anspruchsvoller, unregelmäßiger Architektur.

Die Lösung

Erweiterung der Selbstkletterschalung Xlimb 60 mit einer Schubladen-Funktion für optimale Anpassbarkeit an die „springende“ Bauwerkskante.


Was ist schalungstechnisch die besondere Herausforderung am MARINA TOWER?

ING. HERBERT BUSCH: Die Grundform des Bauwerks ist eigentlich nichts Besonderes. Die spezielle Herausforderung bei diesem Projekt ist, dass wir rundherum Balkone haben, die willkürlich hin und her springen. Dennoch müssen wir die Arbeiter an den Absturzkanten immer sichern. Doka hat sich dieser Herausforderung gestellt und in Zusammenarbeit mit uns ein spezielles Windschild mit Schubladen-Funktion für die optimale Anpassbarkeit an die „springende“ Bauwerkskante entwickelt. Ein großes Lob an die Firma Doka, die das super gelöst hat!



Für wann ist die Fertigstellung des Rohbaus geplant?

ING. HERBERT BUSCH: Wenn das Wetter so bleibt, wie es momentan ist, sollten wir im Sommer 2021 mit dem Rohbau fertig sein.


Worauf sind Sie bei diesem Projekt besonders stolz?

ING. HERBERT BUSCH: Erstens einmal auf das hochprofessionelle Baustellenteam, wo alle an einem Strang ziehen. Zweitens darauf, dass alles so funktioniert, wie wir uns das vorgenommen haben. Die gute Vorbereitung ist immens wichtig, bevor man ans Eingemachte geht. So haben wir auch vom Windschild mit den Schubladen zuerst einen Prototyp gebaut.


Wenn Sie das Projekt in wenigen Schlagworten beschreiben müssen: welche sind das?

ING. HERBERT BUSCH:
Hoch - attraktiv - hochwertig - modern


Wie wohnen Sie privat?

ING. HERBERT BUSCH:
Ich lebe in Deutsch-Wagram, im Speckgürtel von Wien, in einer Wohnung.

Was sind allgemein die Herausforderungen beim Bau eines Hochhauses?

ING. HERBERT BUSCH: Beim Bau eines Hochhauses ist die Logistik das Um und Auf. Schließlich arbeiten sehr viele Menschen aus den verschiedensten Gewerken gleichzeitig auf der Baustelle - vom Schalungszimmerer bis zur Reinigungskraft. Oben wird am Rohbau gebaut, darunter werden die Wohnungen schon ausgebaut. Da muss man genau planen, wie und wann man das Material und die Personen nach oben bekommt.

Aufgrund der Höhe sind außerdem die physische Absturzsicherung sowie die psychologische Absicherung essenziell, d.h. die Leute müssen sich oben beim Arbeiten auch sicher fühlen. Das ist mit dem Windschild von Doka sehr gut gelöst. Es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass die Nachunternehmer wie Schlosser, Glaser und Fassadenbauer fast noch mehr vom Windschild profitieren als die Arbeiter am Rohbau. Hier dient es als Sichtschutz und lückenlose Absturzsicherung.

Ein zusätzlicher Mehrwert ist in der Praxis dadurch entstanden, dass wir mit dem Schutzschild gleich die Fassadenarbeiten in einem sicheren Arbeitsumfeld fertigstellen können. Wenn das Windschild nach oben gleitet, erscheint unten bereits die fix und fertige Fassade.

Ein großes Thema beim Hochhausbau ist natürlich auch der Brandschutz. Man muss mit dem Brandschutzbeauftragten gemeinsam Lösungen finden, wie man die Leute im Brandfall in Sicherheit bringen kann.



Wie groß ist die eingesetzte Baustellenmannschaft? Wie setzt sie sich zusammen?

ING. HERBERT BUSCH: Wir errichten den MARINA TOWER als ARGE mit Swietelsky. Neben dem Projektleiter gibt es drei Bauleiter. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit dem Rohbau, Abdichtung, Außenanlagen und dem Baustellen-Controlling.

Dann gibt es einen Bauleiter, der sich um Innen- und Außenausbau kümmert und einen Bauleiter, der die Sonderwünsche der zukünftigen Bewohner abwickelt. Dann haben wir drei Techniker, die uns bei der Arbeit unterstützen. Und ganz wichtig sind die Leute wie Poliere und Vizepoliere, die alles draußen managen und natürlich momentan 300 bis 350 Arbeiter, die vor Ort arbeiten.


Was hat sich Corona-bedingt am Arbeiten auf der Baustelle verändert?

ING. HERBERT BUSCH: Als die Pandemie im März 2020 begonnen hat, war das für alle eine Herausforderung. Mittlerweile hat sich alles sehr gut eingespielt und wir spüren nicht mehr viel von Corona.

Wir arbeiten in kleinen Teams und es werden - auf freiwilliger Basis - laufend Tests auf der Baustelle durchgeführt. Sollte es einen Verdachtsfall geben, kommen diese Leute in Quarantäne. Das betrifft dann aber nur ein kleines Team und es müsste nie die ganze Baustelle stillstehen.



Aktuell entstehen ja einige Hochhäuser in Wien. Stellen Sie hier Vergleiche mit dem eigenen Projekt an? Beobachtet man diese Projekte speziell?

ING. HERBERT BUSCH: Natürlich halte ich mich über diverse Medien auf dem Laufenden. Es gibt z.B. online ein eigenes Hochhaus-Forum, in dem sich Hochhaus-Experten austauschen und wo man viele spannende Fotos sieht. Man tauscht sich auch mit Bauleitern von anderen Hochhäusern aus und macht dort Besichtigungen, um seinen Horizont zu erweitern und für nächste Projekte Tipps zu holen.


Was machen Sie zum Ausgleich vom Baustellenalltag?

ING. HERBERT BUSCH: Zum einen sind natürlich meine Familie und meine Kinder meine Kraftquelle. Wenn ich mal Zeit für mich alleine habe, dann restauriere ich Oldtimer und betreibe mit Freuden Motorsport.

Herr Busch, vielen Dank für das nette Gespräch und die spannenden Einblicke in Ihr Projekt MARINA TOWER! Weiterhin viel Erfolg!