
Dank der Gleitschalung von Doka und einer präzisen Choreographie aller Abläufe werden die Betonkerne eines innerstädtischen Neubaus im Zeitplan realisiert.
Mit LOVT Vision entsteht im Münchner Werksviertel ein zukunftsorientierter Mixed Use Komplex, der architektonische Innovation mit nachhaltiger Stadtentwicklung verbindet. Die ergänzenden Neubauten werden in moderner Holz-Hybridbauweise errichtet und führen die Transformation des ehemaligen Industrieareals zu einem lebendigen, vielseitigen Stadtquartier konsequent fort. Für den Gebäudeteil FIVE bilden vier Betonkerne die Tragstruktur der späteren Holzbaugeschosse. Ihre Herstellung erfolgte unter einem engen Zeitplan und in einem komplexen innerstädtischen Umfeld, in dem präzise Abläufe und kontinuierliche Baufortschritte unabdingbar waren. Um diese Anforderungen verlässlich zu erfüllen, setzte die W. Markgraf GmbH & Co. KG auf die Gleitschalbauweise, realisiert in enger Zusammenarbeit mit Doka und der Gusinac Bau GmbH. Und die Rechnung ging auf: Gleitend und mit exakt geplanten, aufeinander abgestimmten Abläufen gelang die termintreue Fertigstellung – die entscheidende Voraussetzung für die anschließenden Holzbauarbeiten.
Gebäudetyp
Büro- und Geschäftsgebäude
Herausforderung
Straffer Bauzeitplan, enges, innerstädtisches Baufeld, parallele Arbeiten am Kern, hohe Taktvorgaben
Lösung
Gleitschalungssystem der Doka Slipform, präzise abgestimmte, teils synchrone Bauabläufe, Vormontage außerhalb des engen Baufelds
LOVT Vision führt die Entwicklung des Werksviertels konsequent weiter und übersetzt dessen Wandel – vom industriellen Produktionsstandort über den Kunstpark Ost hin zu einem vielseitigen Arbeits- und Kulturquartier – in eine zeitgemäße, nachhaltige Architektursprache. Die vorhandenen Strukturen werden behutsam weiterentwickelt und erhalten eine neue Identität, während Neubauten in Holz-Hybridbauweise ein modernes und zukunftsfähiges Gesamtbild formen. Auf rund 51.200 m² Bürofläche entsteht mit LOVT Vision ein flexibel nutzbarer Arbeits- und Gewerbestandort. Zusammen mit dem benachbarten Gebäudeteil LOVT Vibe ergibt sich ein Gesamtvolumen von knapp 70.000 m² Bürofläche, das den Campus LOVT Munich bildet.
Als Generalunternehmer verantwortet die W. Markgraf GmbH & Co. KG die Umsetzung des Gesamtprojekts. Die Herstellung der Kerne – Dreh- und Angelpunkt für den späteren Holzbau – vergab Markgraf an die Gusinac Bau GmbH. Als Partner von Doka ist Gusinac der Spezialist für Lohnleistungen im Gleitbau. Für alle Beteiligten war schnell klar, dass mit 23 bis 31 m nicht so sehr die Höhe, wohl aber die komplexen Strukturen der Kerne zum baulichen Flaschenhals werden könnten: zahlreiche Ein- und Aussparungen für Fenster, Türen, Liftschächte und umfangreiche Elektroinstallationen machten jeden Abschnitt detailintensiv. Gleichzeitig ließ der straffe Zeitplan kaum Spielraum für Verzögerungen.
Um diese Herausforderungen zu meistern, setzte Markgraf auf die Gleitschalbauweise in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Doka und Gusinac. Mit exakt geplanten, gleitenden Abläufen gelang die termintreue Fertigstellung der vier Betonkerne – ein zentraler Meilenstein für den anschließenden Holzbau.
Anstatt konventioneller Schalungsmethoden entschied man sich daher für die Gleitbauweise und holte die Gusinac Bau GmbH zusammen mit Doka als Partner mit echter „Kernkompetenz“ ins Boot. Mit ihrem Engineering-Know-how und dem Gleitschalungs-System Doka Slipform brachte Doka alles mit, um die Herausforderungen bei der Kernherstellung zu meistern. Guisnac und Doka stellten als Team mit der nötigen Flexibilität und Projekterfahrung zudem sicher, dass die kurzen Vorlaufzeiten souverän eingehalten werden konnten: immerhin lagen zwischen Auftrag und Auslieferung der fertig vormontierten Schalungselemente gerade einmal sechs Wochen.
Dementsprechend hieß das Schlüsselwort für einen termingerechten Baufortschritt: Vorbereitung. Diese begann schon Wochen vor Baustart mit der Vormontage der Gleitschalung. Die einzelnen Module wurden bei der Doka Slipform in Graz vorgefertigt und anschließend per Lkw nach München geliefert. Vor Ort mussten die einzelnen Einheiten dann nur noch endmontiert werden. Das sparte nicht nur Platz im engen Baufeld, sondern vor allem Zeit und Ressourcen: Der eigentliche Zusammenbau auf der Baustelle dauerte auf diese Weise je Kern lediglich vier bis fünf Tage. Wie durchdacht man bei Doka Slipform bereits im Vorfeld an das Projekt heranging, zeigte sich auch an einer speziell entwickelten Angleitträger-Lösung, mit der zwei der Kerne bündig an eine Bestandswand angeglitten werden konnten.
Auch auf der Baustelle selbst wurde nichts dem Zufall überlassen. Noch vor dem ersten Hub der Gleitschalung wurden alle Arbeitsschritte so geplant und aufeinander abgestimmt, dass sie später wie Zahnräder ineinandergreifen konnten – das A&O für einen reibungslosen Ablauf, insbesondere weil beim Gleiten zahlreiche Tätigkeiten von unterschiedlichen Gewerken parallel berücksichtigt werden mussten: Betonage und Bewehrung, Einbau der Aussparungen und diverser Einbauteile, Vermessung, Elektroarbeiten, das Anpassen und Weiterführen des Gerüsts sowie die Versorgung durch das Mischwerk. Die Fäden für diese Koordination liefen beim Team der Doka Slipform zusammen.
Im Betrieb folgte der Gleitprozess bei diesem Projekt einem klar strukturierten Tagesrhythmus von rund acht Stunden – bezogen auf das Zeitfenster zwischen erster und letzter Betonlieferung, das aus Rücksicht auf die umliegende Wohnbebauung begrenzt war. Ein weiterer Vorteil der Gleitschalung kam hier zum Tragen: Einmal eingerichtet, arbeitet das Slipform-System ohne Unterbrechung nach oben und muss nicht – wie konventionelle Schalung – nach jedem Abschnitt geöffnet, umgesetzt oder neu angepasst werden. Das spart nicht nur Zeit, es entfallen auch zahlreiche Manipulationsschritte, was den Ablauf stabil hält und die Arbeitssicherheit erhöht.
Mit zunehmendem Gleitfortschritt griffen die vorab definierten Abläufe immer präziser ineinander: Alle 90 Minuten wurde eine neue Betonierlage von rund 40 cm eingebracht.Tägliche Vermessungen lieferten die exakte Höhenlage des aktuellen Gleitstands. Die begleitende Dokumentation über das digitale Bautagebuch von Doka, Site Docu and Analytics, sorgte für zusätzliche Transparenz: Betonierintervalle, Höhenlagen und Fortschritte konnten lückenlos erfasst und jederzeit nachvollzogen werden – eine wertvolle Grundlage, um den Bauverlauf im Blick zu behalten und Abläufe gezielt zu beurteilen. Künftig wird Site Docu and Analytics auch mit Doka 360 verknüpft – der ersten Plattform, die den gesamten Schalungsprozess digitalisiert.
Weil zwei Kerne parallel, aber bewusst zeitversetzt hergestellt wurden, arbeiteten in der Gleitphase zwei Gusinac-Teams und zwei Doka-Richtmeister gleichzeitig. Umso entscheidender war es, dass alle Ausführenden ihre Zuständigkeiten genau kennen – damit zur richtigen Zeit am richtigen Ort jeder Handgriff saß. Die knappen Platzverhältnisse, die begrenzte Krankapazität und die enge Taktung ließen keinen Spielraum für Abweichungen. Sobald die Aufstandsfläche für die Gleitschalung bereit war, wurde just-in-time mit dem Schalungszusammenbau begonnen; nach Fertigstellung des Gleitvorganges wurde die Schalung schnellstmöglich nach unten gehoben und um den Ablauf nicht auszubremsen, auf anderer Stelle der Baustelle zerlegt – so konnte der Holzbauer rechtzeitig mit seiner Arbeit anschließen.
Dass dies alles so hervorragend funktionierte, lag vor allem an einem: dem starken Teamwork von Gusinac und Doka. Alle zogen an einem Strang und arbeiteten auf Augenhöhe zusammen. „Von Kern zu Kern liefen die Abläufe immer runder“, beschreibt Paul Heinrauch, Projektmanager der Doka Slipform. Und Sebastian Rütermann, Oberbauleiter Gusinac Bau, bestätigt: "Gemeinsam gingen wir sogar die Extrameile und legten Samstagsschichten ein, um den Terminplan zu halten. Das ist alles andere als selbstverständlich und zeigt, wie engagiert alle bei diesem Projekt bei der Sache waren."
Das Gesamtergebnis spricht denn auch für sich: Im Schnitt konnte eine Gleitleistung von 2,30 Metern pro Tag erreicht und jeder Kern in rund 14 reinen Gleittagen realisiert werden. Pünktlich Ende November 2025 wurden die Kernarbeiten abgeschlossen. Es folgen die Holzbaugeschosse und der weitere Ausbau. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts LOVT Vision ist für H2 2027 / H1 2028 angekündigt.
„Was soll ich weiter sagen? Die Zusammenarbeit [mit Doka] war super und ich kann das jedem weiterempfehlen.“
Baubeginn
2025
Jahr der Fertigstellung
H2 2027 / H1 2028
Einsatz Doka Slipform
09/2025-11/2025
Land
Deutschland
PLZ
81671
Stadt
München
Auftraggeber
Union Investment / Hines
Bauausführung
W. MARKGRAF GmbH & Co. KG
Partner Gleitbau
Gusinac Bau GmbH
