
Bei der Sanierung der Maria-Ward-Schule entstehen ein beeindruckendes Betondach mit mehrfach gefalteten Flächen sowie riesige Arkadenbögen, die auf filigranen Pfeilern ruhen.
In der Bamberger Altstadt – seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe – stehen viele Bauwerke unter Denkmalschutz. Gleichzeitig müssen die geschichtsträchtigen Bauten fit für die Zukunft gemacht werden, wie etwa die von der Erzdiözese Bamberg betriebene Maria-Ward-Schule, deren Anfänge bis ins Jahr 1717 zurückreichen.
Seit 2021 wird die Schulanlage generalüberholt. Dabei wurden jüngere Gebäudeteile aus den 1970er Jahren abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Diese schließen direkt an die denkmalgeschützten Gebäude an. Architektonisch besonders markant sind die Ortbetondächer mit mehrfach gebrochenen Dachflächen sowie die lichten Arkadenbögen in Sichtbeton.
Gebäudetyp
Bildungseinrichtung
Herausforderung
• Satteldach mit zahlreichen gebrochenen Flächen in unterschiedlichen Neigungen
• monolithisch betonierte Arkadenbögen mit zweifacher Einschnürung (SB3)
• sehr beengte Platzverhältnisse
Lösung
• 3D-Schalungsplanung per BIM (Revit)
• 3D-Schalung für Beton-Rundbögen
• wo möglich Anlieferung in Einzelteilen für maximale Lkw-Auslastung
Der „Jüngere Schulbau“ (Bauteil C) und der Neubau entlang der Edelstraße (Bauteil Q) erhalten einen sogenannten Sargdeckel, ein Massivdachsystem aus Beton. Der Architektenentwurf sieht jeweils ein Satteldach mit zahlreichen gebrochenen Flächen in unterschiedlichen Neigungen vor.
Aufgrund der Komplexität und des straffen Zeitplans war für Dokas Techniker schnell klar: So ein Bauteil lässt sich am besten auf Basis von BIM planen. Durch die 3D-Modellierung in Revit entstand – im Sinne eines Digitalen Zwillings – ein realitätsnahes Abbild des Schalungsaufbaus, das den Bauverantwortlichen eine klare Vorstellung der Schalungslösung vermittelte. Auch die dazugehörige Montageplanung erstellte Doka in Revit. Doka überzeugte hier durch eine ausgezeichnete Datenqualität.
„Durch die 3D-Modellierung konnten wir den Aufbau immer mit dem digitalen Zwilling abgleichen. Außerdem haben wir anhand des Modells die Masse an Schalfläche sehr viel einfacher und schneller ermittelt.“
Das neue Schulgebäude in Sichtbeton zeichnet sich durch lichtdurchflutete Gänge und Räume aus. Die helle Atmosphäre entsteht vor allem durch die weiten Arkadenbögen sowohl Richtung Schulinnenhof als auch zur Flurseite.
Die Bögen mit einseitiger (Bauteil C) bzw. zweiseitiger (Bauteil Q) Einschnürung à 10 cm weisen einen Durchmesser von über 3,00 m auf. Die Bögen ruhen auf sehr schlanken Pfeilern von ca. 0,50 m Breite. Entsprechend viel Bewehrung musste in die Pfeilerkonstruktion eingebracht werden, zudem mussten Bögen und Pfeiler monolithisch betoniert werden.
Um die scharfen Kanten und optimalen Oberflächenergebnisse zu erzielen, entwarf Doka ein eigens zugeschnittenes Schalungskonzept. Besonders das Ausschalen bei den Bögen mit zweifacher Einschnürung schien problematisch, doch in Zusammenarbeit mit ihrem Fertigservice fanden Dokas Techniker eine praktikable Lösung. So arbeitete man mit speziell angefertigten, dreigeteilten Schalbögen, zwischen denen jeweils ein kleiner Spalt Spiel zum Ausschalen bot.
Wo gegen den Bestandsbau bzw. die denkmalgeschützte Fassade (Bauteil C) betoniert wurde, mussten wärmegedämmte Traganschlusselemente zur Unterbrechung der thermischen Übertragung mit einbetoniert und entsprechend in der Schalungsplanung berücksichtigt werden. Es gab also kein Bauteil, das nicht irgendeinen besonderen Schwierigkeitsgrad mit sich brachte – gemeinsam meisterte man aber jede Herausforderung.
Jahr der Fertigstellung
2027
Bauherr
Erzbistum Bamberg
Architekt
H2M Architekten, München/Kulmbach
Land
Deutschland
PLZ
96047
Stadt
Bamberg
Bauausführung
Riedel Bau AG
