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Doka unterstützt Bauunternehmen George Bähr bei der Aufstockung eines historischen Bunkers mitten in Hamburg.

Aus grau wird grün. Wie ein Stadtgarten auf Beton entsteht

09.03.2021 | Deutschland
Doka unterstützt Bauunternehmen George Bähr bei der Aufstockung eines historischen Bunkers mitten in Hamburg.
Es ist ein besonderes Bauvorhaben: Der Bunker St. Pauli am Hamburger Heiligengeistfeld wird aufgestockt und anschließend begrünt. Als Stadtgarten wird der historische Turm den Besuchern als Naherholungsoase mitten in St. Pauli dienen. Das bauausführende Unternehmen George Bähr beauftragte Doka für die teilweise komplexen Schalungsdienstleistungen. Die Schalungsexperten erarbeiteten zudem gemeinsam mit dem Tragwerksplaner ein Lastabtragungskonzept, das als Grundlage für die Bauarbeiten der zusätzlichen fünf Stockwerke dient.

Impressionen

  • Stadtgarten Hamburg - Doka
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Maisach, 09.03.2021. Bevor es grünen kann und sich der ehemalige Flakbunker zu einem Stadtgarten verwandelt hat, muss der graue Beton an Ort und Stelle kommen. Der etwa 40 m hohe Turm mit einer Grundfläche von 75 x 75 m wird um rund 20 m aufgestockt. Bei den Vorbereitungen stellte sich heraus, dass die Bunkerdecke nicht über die gesamte Fläche für die Lasten aus den Bauzwischenzuständen tragfähig ist. Schließlich ging man beim Bau des Bunkers nicht davon aus, dass 75 Jahre später auf ihm ein Hotel, eine Sport- und Veranstaltungshalle sowie eine pyramidenförmig angelegte Gartenanlage entstehen soll.

Ein Ziel, ein Konzept, vier Partner

Eine der größten Herausforderungen für alle Beteiligten war die Unterstellung der zentralen Halle, die sich über die gesamte Breite des Bunkers erstreckt. Aufgrund der vorgegebenen Statik ist die Überspannung dieser Halle erst dann tragfähig, wenn die letzte Decke hergestellt ist. Das bedeutet, dass in den Bauzwischenzuständen die Abtragung aller Lasten der herzustellenden Wände und Decken der geplanten fünf Geschosse auf eine sehr begrenzte Fläche der Bunkerdecke sichergestellt werden muss. In enger Abstimmung zwischen George Bähr, dem Tragwerksplaner und Doka entstand folglich ein Lastabtragungskonzept, welches alle im wahrsten Sinne des Wortes „erschwerten“ Rahmenbedingungen erfüllen kann. Falko Stephan, Bauleiter von George Bähr: „Das Doka-Team hat uns bei dieser komplexen Aufgabe hervorragend unterstützt. Die intensive Konzeptphase war essentiell, um den weiteren Baufortschritt überhaupt möglich zu machen.“ Zur Herstellung der Hallenunterstellung holte Doka zusätzlich die Experten von thyssenkrupp mit ins Boot.

Der Kragen steht im Weg: Einsatz der Selbstkletterschalung für Aufzugsschächte

Für die Errichtung zweier außenliegender Aufzugsschächte musste unter einem vorhandenen Vorsprung – dem sogenannten Bunkerkragen – gearbeitet werden. Der Vorsprung verhinderte, dass eine krangekletterte Schalung eingesetzt werden konnte, bei der ein Kran Arbeitsbühne und Schalungsmaterial umsetzt. Doka-Projektingenieur Philip Haug: „Stattdessen setzten wir die Krankletterschalung MF240 nur auf drei Seiten ein. Auf der Seite des Vorsprungs haben wir uns für die hydraulische Selbstkletterschalung SKE50 plus entschieden, die normalerweise bei Bauwerken dieser geringen Höhe selten zum Einsatz kommt.“ Mit dieser sehr kompakten, selbstkletternden Schalung kann auch bei beengten Verhältnissen kranunabhängig geklettert werden. Im Fall des Bunkers kletterte die Schalung bis zum Bunkerkragen. Dort angekommen, ging es – ohne Kraneinsatz – wieder abwärts bis zum Boden, von wo aus Bühne und Schalung mit einem mobilen Hebegerät ausgehoben und anschließend oberhalb des Bunkerkragens für die weiteren Betonierabschnitte wieder eingesetzt wurden.

Für die Mitarbeiter von George Bähr war die Arbeit mit einer selbstkletternden Schalung eine Premiere. Richtmeister Jörg Otte von Doka schulte die Mitarbeiter auf der Baustelle und stand ihnen im Zuge der Bauarbeiten mit Rat und Tat zur Seite. Die zwei bis zu 63 m hohen Aufzugsschächte wurden im November 2020 fertiggestellt. Auch sie werden später an der Außenfassade begrünt werden.

Bauen mitten in der Stadt erfordert Just-in-time-Materiallieferung

Der historische Bunker ist ein markantes Wahrzeichen mitten im Hamburger Stadtgebiet. Seit den 1990er Jahren ist er auch als Medienbunker bekannt, da hier nach und nach Unternehmen der Kreativwirtschaft, Tonstudios, Medienfirmen und Musikclubs bis heute ihre Heimat finden. Er befindet sich direkt neben dem Heiligengeistfeld, eine Veranstaltungsfläche, wo dreimal im Jahr der traditionelle „Hamburger Dom“ stattfindet. Südlich des Bunkers steht das Millerntor-Stadion des FC St. Pauli. Im Westen und Norden liegen die Wohngebiete von St. Pauli, das Schanzenviertel und Karolinenviertel. Da das Veranstaltungsgelände in unmittelbarer Nähe nicht als Lagerplatz dienen konnte und der Bunker während der gesamten Bauzeit in Betrieb und somit öffentlich zugänglich blieb, war die Stellfläche für das angelieferte Schalungsmaterial äußerst knapp. Erschwerend kam hinzu, dass die Zufahrt zur Baustelle nur für einen LKW möglich war. Umso wichtiger ist in so einem Fall ein exaktes Logistikkonzept inklusive Just-in-time-Lieferung. Im Vorfeld wurden von Seiten Doka daher alle Anlieferungen so koordiniert, dass stets das richtige Material auf dem richtigen LKW geliefert wurde. So konnten die Mitarbeiter von George Bähr einerseits kontinuierlich weiterarbeiten, andererseits konnte ein Materialstau vermieden werden.
Insgesamt lieferten die Speditionen bis Ende September 2020 113 LKW an. Für die Schalung der Decken und Wände kamen die Rahmenschalung Framax Xlife, die Deckenschalung Dokadek 30 sowie die Traggerüste Staxo 40 und Staxo 100 zum Einsatz.

Der Beton sitzt: Startschuss für den grünen Bunker St. Pauli

Mit den fünf zusätzlichen Geschossen werden die Bauarbeiter von George Bähr bei Fertigstellung insgesamt 14.500 Quadratmeter Deckenfläche erstellt haben – das entspricht in etwa der Fläche von 56 Tennisplätzen. In Anspielung an das übliche „Bauen-im-Bestand“ sprechen die Doka-Mitarbeiter von einem der größten „Bauen-auf-Bestand“-Projekte. Es ist schon etwas Außergewöhnliches auf ein bestehendes historisches Gebäude ein ganzes Ensemble an unterschiedlich genutzten Flächen aufzusetzen – inklusive eines erstmaligen Gedenk- und Informationsortes an die Opfer des NS-Regimes.

So entsteht mitten in St. Pauli ein landschaftsarchitektonisches Pionierprojekt: In Sichtachse zur Elbphilharmonie, zum Michel und zum Hafen führt ein bepflanzter „Bergpfad“ außen um den Bunker herum in den öffentlichen Dachpark. Mit seinem spektakulären Panoramablick wird der Bunker dann gemeinsam mit der „Elphie“ zu einem der spannendsten Orte der Hansestadt.

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